Kurz vor Weihnachten noch ein Sondernewsletter aus dem Ökodorf Sieben Linden. Wir planen eifrig unser neues Gästehaus und wollen Euch an den Planungen und Überlegungen teilhaben lassen - und hoffen auf Eure Unterstützung, damit wir auch in Zukunft noch Übernachtungen zu günstigen Preisen anbieten können!

Wir wünschen Euch eine ruhige und besinnliche Zeit,

die Gästehaus-Kleingruppe: Eva Stützel, Ines Lüdemann, Michael Würfel, Sophie Willert u.a.


Für den Wandel handeln!

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Den Hambacher Forst besetzen. Für die Freilassung von politischen Gefangenen kämpfen. Ein Gästehaus im Ökodorf Sieben Linden bauen. Das sind drei Beispiele für politisches Handeln. Öh – Gästehaus bauen? Ja, genau. Auch das ist wirksam.

Schon vor vielen Jahren gab es im Ökodorf Sieben Linden eine Diskussion über die Bedeutung unseres Bildungsbetriebes. Viele Menschen waren interessiert daran, sich das Ökodorf anzuschauen, und viele Sieben Lindener freuten sich darüber und gaben Seminare oder arbeiteten im wachsenden Seminarbetrieb mit. Andere hätten sich lieber auf die Selbstversorgung konzentriert. Letzteres scheint ökologisch konsequent: ein naturnahes Leben führen, fast ohne Konsum – ist aber mit viel Arbeit verbunden. Wer von früh bis spät am eigenen Gemüse, Haus oder Schuhwerk arbeitet, hat keine Kapazitäten, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, Seminare vorzubereiten und Gäste zu empfangen. Der Ausbau des Bildungsbetriebes dagegen zieht Arbeitskraft aus Garten, Wald und den Bauarbeiten ab, braucht Büros und Bildschirmarbeitsplätze – viel weniger öko, scheinbar.
Aber: Das Zusammenspiel von (nicht ganz umfassender) Selbstversorgung, der Entwicklung einer Gemeinschaftskultur und einem Bildungsbetrieb, mit nachhaltigem Leben als übergeordnetem Ziel – das ist die Mischung, die am ehesten was bewirken kann. Deswegen gab es einst die bewusste Entscheidung, den Bildungsbetrieb in den Mittelpunkt des Sieben Lindener Dorflebens zu stellen. Gutes, Spannendes, Nachhaltiges tun und üben und dann in Seminaren, Mitarbeitswochen oder Camps darüber (und miteinander) reden. Und es, vor allem, am eigenen Leib erfahren.

So, wie wir jetzt sind (mit kleinem ökologischen Fußabdruck, wenig Konsum, herzlichem Miteinander), wie wir wachsen und uns stetig hinterfragen; mit dem, was wir jetzt alles vorhaben, können wir inspirieren. Und dafür nutzen wir auch ein paar Büros und Computer für Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsbetrieb. Und Staubsauger für die Gästezimmer. Da sind wir beim Thema: Unterkünfte haben wir zu wenige, um dem Bedarf der Interessierten gerecht zu werden, die wir in Sieben Linden begrüßen wollen, damit sie mit eigenen Augen sehen können, dass man so ja auch leben kann. Ohne Schlau-fon und Auto, ohne Fleisch oder sogar vegan, mit einem einzigen klitzekleinen Lädchen für Luxus wie Schokolade oder Bier und, bei Bedarf, mit Klamotten aus der Verschenkeecke. Deswegen das Gästehaus. Damit wir politisch wirksam bleiben. Das ist jetzt dran; es wollen mehr Menschen in Zimmern bei uns unterkommen, als wir unterbringen können, wir haben hin und her gerechnet, das Gästehaus wird gebraucht.

Das ist auch was Besonderes in Sieben Linden: wir haben zwar vor, zu wachsen, aber nur so viel und in der Geschwindigkeit, wie es uns behagt. Wir haben das selbst in der Hand, weil wir gemeinsam entscheiden, wohin unser Weg uns führen soll. Wenn wir mit dem Bau des Gästehauses unseren Bildungsbetrieb gestärkt haben, kommt als Nächstes wieder die Gemeinschaft dran. Mit einer Erweiterung unserer Ess- und Aufenthaltsräume („Regiohauserweiterung“), mit einer Gewerbehalle, mit weiteren Wohnhä
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                                betterplace.org bereit gestellt.usern. Denn unsere Gäste sollen immer zu Gast in einem funktionierenden Dorf sein, in dem nachhaltiges Leben anschau- und begreifbar ist.

Hilf mit, das Gästehaus in die Welt zu bringen. Und dann komm uns besuchen. Mach uns mit deiner Spende oder deinem Privatkreditangebot zu deinem Ökodorf!

Michael Würfel


Was lange währt ... wird 2019 gebaut!

Ansicht Gästehaus

Menschen, die unsere Planungen schon länger verfolgen, werden wissen: Seit Jahren sprechen wir vom Gästehaus-Bau, und drehen immer neue Schleifen. Nun wird es aber wirklich konkret: Wir haben jetzt die Genehmigungsplanung für das Gästehaus in Auftrag gegeben.

Schon vor drei JGrundrissSeminarzentrumahren haben wir gesagt, dass wir dies in wenigen Monaten tun würden – damals hatte uns ein Mitarbeiter des Umweltministeriums eine 50%-Förderung in Aussicht gestellt. Motiviert durch diese große Förderung haben wir damals einen Entwurf gemacht, der alles beinhaltet hätte, was wir uns für den Seminarbetrieb wünschen – nicht nur die dringend not-wendigen neuen (Einzel-)Zimmer, sondern auch Kinderzimmer, neue Essräume und Büroräume.

Als sich diese Aussicht auf große Förderung zerschlug, standen wir vor der schwierigen GästehausEG
                                GrundrissEntscheidung: Weiter auf die Taube auf dem Dach warten, Geld für die große Lösung akquirieren oder den Spatz in der Hand pflegen? Nach einigen Recherchen und Diskussionen entschlossen wir uns dann, die großen Pläne im Hintergrund zu behalten, aber jetzt erst eine Hälfte davon - etwas angepasst, damit sie eigenständig auch gut funktioniert - zu bauen. Dies sehen wir als Modul 1, das später erweitert werden kann.

Jetzt wird diese Lösung konkret: Wir haben jetzt die Genehmigungsplanung in Auftrag gegeben, sind in konkreten Gesprächen mit Banken und Privatdarlehensgebern, bereiten die Förderanträge vor, die wir für diese Variante stellen können, und wir planen, 2019 mit dem Bau anzufangen.

Eva Stützel


Endlich - ein Seminarraum für die regionalen Angebote!

Tanzangebote

Manchmal entwickeln sich die Dinge zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort fast wie von selbst: Eine stolze Anzahl an Tanz- und Yoga-Kursen hat sich zu unserer eigenen Überraschung und Freude mittlerweile vor allem durch Mund-zu-Mund-Werbung in Sieben Linden etabliert. Diese Angebote werden nicht nur von Ökodorf-Bewohner*innen, sondern vor allem auch von den Menschen aus den umliegenden Gemeinden genutzt. Offenbar bedienen wir damit eine Leerstelle in der Region: Tanzgruppen für Kinder, Ramba-Zamba-Fitness sowie sieben (!) Yoga-Kurse laufen wöchentlich. Derzeit arbeiten wir daran, die einzelnen Anbieter*innen ab 2019 unter dem Dach unseres Vereins zu bündeln, verbunden mit einer gemeinsamen Außendarstellung. Der entscheidende Engpass liegt jedoch aktuell noch in den Räumlichkeiten. Der Gemeinschaftsraum ist etwas zu klein, ist im internen Gemeinschaftsbereich lokalisiert, und die Kurse blockieren ihn an zwei Nachmittagen, so dass die Bewohner*innen ausweichen müssen. Der Tanzsaal zwischen Kneipentreffpunkt und Sauna ist zwar großzügig angelegt, hat jedoch einen zu kalten Boden. Toiletten und ein angemessener Eingangsbereich fehlen. Außerdem kreuzen sich ausgerechnet am Sauna-Abend die Wege und Blickachsen der Sport-Gäste und der saunierenden Bewohner*innen - diese Verortung kann nur ein Provisorium sein.

Gesunde Bewegung braucht Raum! Daher wird der neue 70qm große Seminarraum im Gästehaus nun so geplant, dass die Mehrzahl der regelmäßigen Bewegungsangebote zukünftig dort stattfinden kann. Das Nutzungskonzept sieht vor, an den Wochenenden den Mehrtagesseminaren unseres Bildungsprogrammes dort einen gut ausgestatteten, gemütlichen Tagungsraum zu bieten, während ergänzend die wöchentlichen Bewegungskurse an den Werktagen eine ansprechende Räumlichkeit bekommen. Die Kursteilnehmer*innen können diese direkt am Dorfplatz anlaufen, so dass die 7Lindener*innen wieder ein Stück Privatsphäre zurückgewinnen werden.

Und neue Räume eröffnen immer auch ungeahnte Möglichkeiten – wer weiß, was sich im Gästehaus-Seminarraum in der Zukunft noch so entfalten wird!?
Viele unserer Seminarthemen finden Interesse bei Menschen in der Region. Ein Wochenendseminar mit Vollverpflegung und evtl. sogar Übernachtung ist aber oft nicht die passende Veranstaltungsform. So möchten wir den zusätzlichen Seminarraum auch dafür nutzen, diese Inhalte als Veranstaltungsreihen mit 2-3 Stundenblöcken pro Woche anzubieten: Gewaltfreie Kommunikation (GfK), Permakultur, Gruppenspiele, Projektplanungsmethoden, ökologische Forstwirtschaft, Wildnispädagogik, Up-Cycling Nähstube, Französich- und Englisch-Konversationsgruppen und und und. Wir haben viele Ideen und werden mal wieder Neues ausprobieren.

Simone Britsch und Ines Lüdemann


Mehr Einzelzimmer!

Einzelzimmer

In unserer derzeitigen Gästeinfrastruktur können wir genau ein Einzelzimmer anbieten. Dieses ist in den allermeisten Fällen für den Referenten / die Referentin reserviert.

Wenn wir die Doppelzimmer regelmäßig als Einzelzimmer zulassen würden - die Nachfrage ist da! - dann müssten wir andere Seminar-Interessierte außerhalb Sieben Lindens unterbrigen, da wir insgesamt nur 11 Zimmer bzw. Bauwagen als Unterkünfte zur Verfügung haben.

Vor 20 Jahren kamen in erster Linie Menschen zu uns, die eher aus der "Aussteiger-Szene" kamen und mit sehr wenig Geld lebten, und die froh waren über eine günstige Mehrbettzimmerunterkunft.

Inzwischen interessieren sich aber immer mehr Menschen für unsere Seminare, die "voll im Erwerbsleben stehen", und für die es wichtig ist, wenn sie schon ihre Freizeit in einem Seminar / einer Veranstaltung bei uns verbringen, gut und entspannt untergebracht zu sein. Sie fragen nach Einzelzimmern. Diesen Bedarf können wir derzeit nicht befriedigen.

Unsere Bildungsreferentinnen schätzen, dass wir ohne eine Erhöhung der Teilnehmerzahlen in unseren Seminaren alleine 1.000 Einzelzimmerübernachtungen hätten, wenn alle Menschen, die jetzt nach einem Einzelzimmer fragen, dieses auch bekommen könnten.

Außerdem ermöglicht die neue Infrastruktur, auch mehr Gruppen-Anfragen zu bedienen, wo explizit nach Einzel- oder Doppelzimmern gefragt wird. Und falls Gruppen doch lieber günstig unterkommen und dafür beengter schlafen würden, können wir die Einzelzimmer auch zum Doppelzimmer aufbetten und haben zwei zusätzliche 3-4-Bett-Zimmer miteingeplant - das war uns wichtig.

Eva Stützel


Erdgeschoss komplett barrierefrei

Ein weiterer Meilenstein, der durch das Gästehaus realisiert werden wird, ist, dass wir endlich wirklich rollstuhlgerechte Zimmer anbieten können, und dass das gesamte Erdgeschoss komplett barrierefrei sein wird.

Bis jetzt sind wir, was das Thema "Inklusion von Menschen mit Gehbehinderung" angeht, eher am improvisieren. Seit 2013 gibt es immerhin einen Fahrstuhl zu unseren Seminarräumen, Essräumen und Gästezimmern im Gästebereich "Sonneneck". Jedoch war der Weg vom Gästezimmer zur Toilette weit und immer mit Fahrstuhlnutzung verbunden - kein wirklich akzeptabler Zustand. Jetzt bieten wir zwei rollstuhlgerechte Zimmer mit eigenem Badezimmer an. Alle Zimmer im Erdgeschoss sind mindestens barrierefrei. Zusätzlich gibt es eine öffentliche rollstuhlgerechte Toilette.


Innovatives ökologisches Bauen wird erlebbar

Selbstverständlich wird das neue Gästehaus nicht irgendein normales Haus, sondern wie alle Häuser in Sieben Linden wird es ein Beispiel für innovatives ökologisches Bauen sein.

Es wird die erste "Beherbergungsstätte" Deutschlands in Strohbauweise. Die tragende Konstruktion der Außenhülle wird eine Holzkonstruktion, dazwischen werden die Wände mit Strohballen ausgefacht und mit einer Schicht Lehmputz umgeben. Diese Bauweise haben wir in Sieben Linden mit-entwickelt und salonfähig gemacht: Während wir für das erste Strohballenhaus noch ein Jahr um eine Einzelfallgenehmigung kämpfen mussten, sind Strohballen inzwischen ein in der deutschen Bauordnung zugelassener Baustoff.

Wir planen, dass jedes Zimmer ein kleines Fenster im Putz bekommen wird, durch das man die Strohballen sehen kann.

Aber die Strohbauweise ist nicht das einzig ungewöhnliche am Gästehaus. Wir werden es - wie auch sonst überall in Sieben Linden - mit Trocken-Trenn-Toiletten ausstatten. Hier haben wir lange gegrübelt, wie wir die Vorteile der verschiedenen Lösungen, die wir in 21 Jahren Ökodorf-Erfahrung ausprobiert haben, kombinieren und haben eine innovative neue Variante entwickelt, die wir einsetzen werden. So sparen wir pro Tag und Besucher etwa 45 l Wasser für die Toilettenspülung. Das Abwasser aus Dusche und Waschbecken wird übrigens von einer Pflanzenkläranlage gereinigt.

Urin und Fäzes werden getrennt gesammelt werden und können so zur Gewinnung von Dünger genutzt werden.

Im Interesse einer effektiveren Ausnutzung der Solarenergie haben wir uns für ein Satteldach entschieden. Das Warmwasser wird in den Sommermonaten selbstverständlich per Solaranlage produziert, und auch in den Übergangsjahreszeiten wird die Sonne mit-heizen. Für den Winter wird das Gebäude an das Nahwärmenetz des Dorfzentrums angeschlossen, dessen Ofen mit Stückholz aus unserem eigenen Wald befeuert wird. 

Im Haus wird auf W-LAN verzichtet werden, aber jedes Zimmer wird mit einem kabelgebundenen Internetzugang ausgestattet werden. Adapter stellt unser Gästeteam den Gästen dann gerne zur Verfügung. Der Verzicht auf die Komplett-Erreichbarkeit durch Smartphones stellt ein Teil des Bildungserlebnisses in Sieben Linden dar.

Alle ökologischen Lösungen werden für die Gäste auch durch Informationsmaterialien verständlich gemacht.


Wir brauchen Deine Spende!

Spendendose

Bereits jetzt haben wir ausreichend Zusagen über Privatdarlehen, dass wir davon ausgehen, das Bauvorhaben finanzieren zu können. Weitere Privatdarlehen machen uns unabhängiger von Banken und sind daher auch ausdrücklich erwünscht.

Die Realisierung des Gästehauses steht kaum noch infrage. Offen ist allerdings noch die Frage, zu welchen Preisen wir nach der Realisierung die Übernachtung anbieten können.

Je mehr wir mit Spenden oder langfristigen, zinslosen Darlehen realisieren können, desto günstiger können wir die Übernachtungen im Gästehaus später anbieten. Und wir möchten gerne, dass der Aufenthalt in Sieben Linden für alle erschwinglich bleibt.

Daher suchen wir:

Spenden für die Architektenkosten

Jetzt
                                  Spenden! Das Spendenformular wird von
                                  betterplace.org bereit gestellt.Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Ab 100 € Spende bekommen die Spender ein Sieben Linden Kochbuch zugesandt, ab 250 € Spende das Buch "20 Jahre Sieben Linden", das einen ausführlichen Einblick in unsere Erfahrungen vermittelt.

Eva Stützel


Zinsgünstige Privatdarlehen gesucht!

Wir suchen Menschen, die wollen, dass ihr Geld für sinnvolle Ziele wirkt. Wir bieten keine nennenswerte finanzielle Rendite, aber eine ideelle Rendite: Mit dem Darlehen für den Bau des Gästehauses beteiligst Du Dich an der Verbreitung von zukunftsfähigen Lösungen.

Du ermöglichst mehr Menschen die Erfahrung, dass Lebensqualität nicht an Konsum und Fernreisen hängt, sondern dass ein Leben mit niedrigem ökologischen Fußabdruck und hoher Lebensqualität möglich ist. Du hilfst uns, unsere Seminare zu vielen Aspekten eines zukunftsfähigen Lebens weiterhin für alle Geldbeutel erschwinglich anzubieten.

Wenn Du mit Deinem Kapital sinnvolle Aktivitäten unterstützen willst, bist Du als Privatdarlehensgeber*in für das Gästehaus genau richtig.

Aufgrund gesetzlicher Vorschriften müssen wir diese Darlehen leider als "Qualifizierte Nachrangdarlehen" anbieten, sonst leisten wir "unerlaubtes Bankgeschäft". Lediglich für sehr hohe Darlehensbeträge (über 100.000 € ) können wir eine grundbuchliche Sicherung anbieten.

Interessiert, ein Privatdarlehen zu geben? Dann kontaktiere Eva Stützel, eva.stuetzel@siebenlinden.org, 039000-51237.


Lernen durch Immersion

Lernen im Ökodorf Sieben Linden ist ein ganzheitlicher Vorgang: Neben den fachlichen Seminarinhalten bildet das Ökodorf mit seinen Bewohner*innen ein Lernfeld, das erkundet, erspürt und erklärt werden kann. Ob inspiriert oder irritiert – unverändert verlässt fast niemand diesen Ort. Bildungsarbeit in Sieben Linden ist Bildung für nachhaltige Entwicklung, die weiter geht als konventionelle Ansätze:

Für ein transformatives, auf einen ökologischen und sozialen Wandel hin ausgerichtetes Lernen ist die Immersion, das Eintauchen der Seminargäste in einen nachhaltigen Lebensstil, von großer Bedeutung. Sie regt weit mehr als theoretische Wissensvermittlung dazu an, sich über den eigenen Lebensstil Gedanken zu machen und Elemente des Erlebten zuhause umzusetzen.

Transformatives Lernen in Sieben Linden bedeutet:

  • Nicht nur die Seminarinhalte, sondern viele andere Aspekte von Nachhaltigkeit werden während des Aufenthalts positiv erfahrbar gemacht.
  • Die Gäste tauchen ein in den ganzheitlichen, nachhaltigen Lebensstil des Ökodorfs Sieben Linden: Sie essen vegetarisch / veganes Essen aus dem eigenen Garten, bzw. regionalem Öko-Anbau. Sie erleben kleine gemeinschaftliche Rituale wie unseren Essenskreis. Sie nutzen Komposttoiletten, beteiligen sich an unseren Haushaltsdiensten, und nehmen an ausgewählten gemeinschaftlichen Aktivitäten teil und erleben so einen Ausschnitt unseres Lebensstils mit all seinen Facetten. Das ist oft das wesentlichere Erlebnis als die Seminarinhalte.
  • Das Ökodorf, seine Bewohner*innen sowie die ausgewählten Referent*innen zeigen als Vorbilder auf, dass Wandel möglich ist, und machen Mut, eigene Projekte umzusetzen.
  • Es werden Lern-, Experimentier- und Reflexionsräume zum Entwickeln und sich Ausprobieren geboten.

So nehmen die Seminarteilnehmenden von ihrem Aufenthalt in Sieben Linden Anregungen für ihr eigenes Leben mit. Manchmal sind es kleine Impulse wie eine achtsamere Kommunikation, manchmal folgen ganze Strohbauhäuser oder sogar die Gründungsinitiative eines neuen Ökodorfes.


Und was ist, wenn niemand mehr zu Seminaren kommt?

LeererSeminarraum

So ein Hausbau ist eine langfristige Investition. Wir rechnen damit, dass wir die Darlehen in 20 -30 Jahren zurückzahlen können. Oft werden wir gefragt: Was macht Ihr, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse verschlechtern, wenn der Klimawandel zuschlägt, und niemand mehr reisen kann? Was bedeutet das für die Re-Finanzierung?

Wir wissen nicht, wie sich die Gesellschaft weiterentwickelt. Wir gehen aber davon aus, dass gerade in Krisenzeiten unsere Bildungsarbeit noch wichtiger wird und weiterhin Menschen anziehen wird. Und sollte das irgendwann nicht mehr der Fall sein, gibt es auch Pläne, wie das Gebäude sonst genutzt werden könnte: Das Erdgeschoss bietet sich durch seine Rollstuhlgerechtigkeit an, für Pflegeunterkünfte genutzt zu werden. Auch bei uns werden Menschen pflegebedürftig, gibt es pflegebedürftige Familienmitglieder, für die wir derzeit in unsere Wohnhäusern immer wieder Platz schaffen. Der demografische Wandel unserer Gesellschaft wird auch vor Sieben Linden nicht halt machen.

Das Obergeschoss könnte mit geringen Umbaukosten in zwei Wohnungen aufgeteilt werden - und familiengerechter Wohnraum ist heißbegehrt in Sieben Linden. So würden die Baukosten auch ohne Seminarnutzung refinanziert werden können - auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass dies je notwendig wird. Aber es ist immer besser, die Alternativen vorher bedacht zu haben und kleine architektonische Details zu bedenken, die einen potentiellen Umbau leichter machen.

Eva Stützel


Die Gästehaus-Arbeitsgruppe

Planungstreffen

Wir sind sieben Menschen aus dem Ökodorf Sieben Linden, die sich in der Gästehaus-Arbeitsgruppe zusammengetan haben, um das Projekt umzusetzen. Wir sind (auf dem Foto von links nach rechts):

Sophie Willert, Leiterin des Gästeteams im Ökodorf Sieben Linden, Koordinatorin für Freiwilligendienste sowie Diplom-Tanzpädagogin

Michael Würfel, Zimmermann, Diplom-Film- und TV-Dramaturg, Übersetzer, Verleger (eurotopia-Verzeichnis), Autor (Öko Dorf Welt), Filmemacher (Leben unter Palmen), Prokurist der Siedlungsgenossenschaft und vor allem wegen seiner letzten Tätigkeit als Bauleiter des "Haus Einhorn" in der Gästehaus-Gruppe.

"Ich will ein schönes und praktisches Gästehaus, in das wir Geld sinnvoll investieren, für das wir aber auch alle Möglichkeiten nutzen, durch Mitarbeitsgäste und schlaue Lösungen die Kredite klein zu halten. Und ich will eine schöne Baustelle, die unser Dorfleben bereichert."

Ines Lüdemann, seit 17 Jahren Bildungsreferentin im Ökodorf Sieben Linden, Vorstand des Freundeskreis Ökodorf e.V., Mitbauherrin von drei Wohnhäusern in Sieben Linden und jetzt zuständig für die Gästehausbau-Projektleitung.

„Ich wünsche mir, dass viele Menschen das nachhaltige Leben in Sieben Linden er-leben können, sich inspirieren lassen und ermutigt werden und uns Sieben Lindener*innen inspirieren und ermutigen.“

Eva Stützel, ehemalige Geschäftsführerin des Freundeskreis Ökodorf, Gemeinschaftsberaterin und Projektentwicklerin, zuständig für private Finanzierung,

"Für mich ist der Seminarbetrieb die wesentlichste Art, wie wir in die Welt wirken. Und er macht mir persönlich Freude - sowohl als Referentin wie auch als Dorfbewohnerin, die sich über die vielen Besucher freut. Daher meine Begeisterung für das Gästehaus."

Werner Dyck, Ingenieur, zuständig für die Haustechnikplanung

Sowie nicht abgebildet:

Dirk Jakobsen, Kaufmann, Geschäftsführer des Freundeskreis Ökodorf e.V., zuständig für Finanzen

Bettina Keller, Zimmerin, Strohballenbauerin und Architektin, architektonische Beratung.

Der Planungs- und Bauprozess wird wieder in bewährter Kooperation mit dem Architekturbüro DeltaGrün von Dirk Scharmer in Lüneburg geschehen.