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Schnee
von gestern - 1. Vorführung für Pfrontner
von
Michael Würfel - 20. März 2008
Am 19. März 2008 habe ich im Pfarrheim in Pfronten zum ersten
Mal "Schnee von gestern" (Arbeitstitel "mein
Heimatfilm") vorgeführt. Es gab schon Grund nervös
zu sein, schließlich "benutze" ich Pfronten
in dem Film ja quasi als Versuchsfeld für die Rückkehr
in die Heimat und als Hintergrund für die Dokumentation
meines Heimatgefühls. Da finde ich den Ort schon mal
"komplett bescheuert" und lasse Leute sagen, er
sei inzwischen "zugestellt mit drittklassigem Plunder"
- außerdem werden da Sachen angesprochen, die in Pfronten
noch nie Thema waren (darf der fleißige Nachbar einen
mit seiner Schneefräse aufwecken?) oder über die
lieber geschwiegen wird (es werden riesige Forststraßen
durch den Wald gefräst - die müssten nicht so groß
sein, um ihren Zweck zu erfüllen, werden aber nur gefördert,
wenn sie für 38-Tonnen-LKWs ausgelegt sind).
Ich hatte nicht die Pfrontner im Sinn, als ich den Film gemacht
habe - aber ich kam natürlich auch nicht drum herum,
ihn in Pfronten mal zu zeigen. Ich habe mich also für
die Flucht nach vorn entschieden, das Pfarrheim gemietet,
Sekt gekauft, die Zeitung alarmiert (hier
der Artikel, der vor ein paar Tagen in der Allgäuer Zeitung
erschienen ist). Und dann war gestern der große Tag.
Um
20:00 Uhr sollte es losgehen, außer dem Zeitungsartikel
hatte ich noch ca. 150 Einladungen an alle verschickt, die
während der Drehzeit mit meiner Kamera in Berührung
gekommen waren. Am Montag, also zwei Tage vorher, war ich
in Pfronten angekommen und hatte noch ein paar Poster aufgehängt.
Sekt und O-Saft habe ich im Bioladen bestellt, Beamer kam
von der Gemeinde, zur
qualitativ bestmöglichen Vorführung hatte ich meinen
großen Festplattenspieler nach Pfronten geschickt.
Um 19:20 kam ich ins Pfarrheim, da saß schon der erste
Gast. Es gab Getränke zu kaufen und Butterbrezeln, der
Wirt hatte auf mein Betreiben sogar Bionade im Angebot. Dann
tröpfelten meine Eltern ein - mein Vater sollte den Plexiglaswürfel
betreuen, den ich mir von der Sparkasse geliehen hatte - da
sollten Spenden rein und Adressen für weitere Benachrichtigung,
wenn der Film wieder gezeigt wird, DVDs erhältlich sind
usw. Dann ging das so weiter, ein paar Überaschungsgäste
kamen von weither. Und es wurde immer voller. Bestuhlt war
für etwa 180 Leute, inklusive Balustrade - um zehn vor
acht schleppte der Hausmeister weitere Stühle an. Am
Ende hat er gesagt, dass etwa 270 Leute dagewesen sein müssten.
Der Zuspruch war also gewaltig, der Saal rappelvoll. Ich auf
die Bühne, ein paar Sätze ins Mikro, danke danke
undsoweiter, und dann ging der Film los.
Ich
habe ihn ja echt schon ein paar Mal gesehen, aber diese Vorführung
war nochmal was ganz anderes. Mir kam der Film wahnsinnig
schnell vor, mit Riesensprüngen. Wie soll irgendwer anhand
dieses Films die Entwicklung meines Heimatgefühls in
meinem halben Jahr Pfronten nachvollziehen? Ganz abgesehen
von der Frage, ob das überhaupt jemanden der Anwesenden
interessiert. Als dann in der Mitte des Films alles immer
kritischer wird und einige (anwesende) Pfrontner nicht so
toll dastanden, war mir schon sehr mulmig zumute. Aber alle
lauschten aufmerksam und lachten immer wieder, auch an den
"richtigen" Stellen. Im Nullkommanix war die Show
vorbei, es gab lange Applaus und dann zeigte sich, dass der
Film richtig gut angekommen war - er wird allerdings auch
sehr versöhnlich zum Ende hin, darüber war ich gestern
Abend auch sehr froh. Ich wieder auf die Bühne, wieder
ein paar Sätze, "gibt es Fragen?" Stille, dann
ein Ruf aus dem Publikum "Wir sind in Pfronten, da wird
niemand etwas sagen". Ich bat dann zum Sekt und dann
war das noch anderthalb Stunden richtig gemütlich. Und
tatsächlich bekam ich auch richtig begeistertes Feedback.
Inzwischen
melden sich die Leute, die gestern keine Zeit hatten oder
von der Vorführung nichts wussten. Ehemalige Pfrontner
rufen an, die von der Veranstaltung gehört haben und
den Film jetzt auch unbedingt sehen wollen. Ich werde im Ort
angesprochen - es hat richtig was bewegt. Ich bin gespannt
darauf, was aus der kritischen Richtung noch kommt. Das war
bestimmt noch nicht alles. Ich freue mich jedenfalls über
jede Rückmeldung - auch auf dieser Website unter "Heimatverein"
wäre Platz für Kommentare.
Unten
gibt's noch ein paar Fotos von der Veranstaltung (durch Draufklicken
werden sie größer, aber nicht besser...).
Schöne
Grüße also und danke, Pfronten! "Das habe
ich schon kapiert, das die Pfrontener meine Heimat erst zu
dem machen, was sie ist. Mit mir - oder ohne mich."
Michael
Würfel







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